Die Christengemeinschaft in

Graubünden: in Chur in Ardez

in San Niclà

2017

 
Brief an die Gemeinde

 

Gedanken zur Auferstehung Christi:

	„Der Christus kann mit dem inneren Auge wahrgenommen werden. Und in diesem inneren Auge zeigt sich, was aus der Auferstehung Christi geworden ist. Der ist ja nicht irgendwo verdampft oder hat sich irgendwie verflüchtigt. Die Frage ist doch: wo ist der jetzt? Wer mit dem inneren Auge zu sehen sucht, der sieht, dass er längst wieder da ist. Nicht mehr in einer physischen Form, aber in der bewegten Form einer für das äußere Auge unsichtbaren Substanz. Das heisst, er durchweht jeden einzelnen Raum und jedes einzelne Zeitelement substanziell. Also ist er ganz nah da. Und die Schwelle zum Einbruch in den Menschen ist so gewaltig wie nie in der Geschichte. Nur: es fehlt noch die offene Zuwendung, das zu erleben und sich dann als Mensch von Grund auf zu verändern.
	Die Form, wie diese Verkörperung Christi sich in unserer Zeit vollzieht, ist das Bewegungselement schlechthin. Der sich Bewegende... Ich gehe zurück auf den Satz: ›Im Anfang war das Wort.‹ Das Wort ist eine Gestalt. Dieses Evolutionsprinzip kann nur aus dem Menschen quellen, es kann aus dem Menschen hervorgehen, denn die alte Evolution ist bis heute abgeschlossen. Das ist der Grund der Krise. Alles was an Neuem auf der Erde sich vollzieht, muss sich durch den Menschen vollziehen.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein bewegtes Auferstehungsfest und darüber hinaus eine erlebnisreiche berührende Sommerzeit.
In herzlicher Verbundenheit Ihre
Marina Gschwind Grieder
(Text-Auszug: Beuys über Christus – Gespräch mit     Friedhelm Mennekes)